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Bad Zurzach, 2. November 2006
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Der Kanton Aargau wird zum Standort der Nanoindustrie: Im Solvay Industriepark in Bad Zurzach lässt sich die prämierte Jungunternehmung HeiQ Materials AG nieder, ein Spin-off-Unternehmen der ETH Zürich. HeiQ wird in Bad Zurzach Additive herstellen, die Kleider oder Verpackungen gegen Bakterien und Pilze schützen. Bis im Jahr 2010 will HeiQ in Bad Zurzach rund 40 Arbeitsplätze schaffen und einen Umsatz zwischen 20 und 30 Millionen Franken erwirtschaften.
Schon seit einiger Zeit unterstützt der Kanton Aargau die Forschung im Bereich der Nanowissenschaften. Nun wird das Zurzibiet zum Standort der Nanoindustrie. Im Solvay Industriepark Zurzach besiegelten heute die Solvay (Schweiz) AG und das Nanotechnologieunternehmen HeiQ Materials AG den Zuzug der Firma nach Bad Zurzach. Bis im
nächsten Frühling will HeiQ mit der Produktion beginnen.
Mit HeiQ zieht ein Spin-off-Unternehmen der ETH Zürich in den Solvay Industriepark Zurzach. Es wurde im Frühjahr 2005 von Carlo Centonze und Dr. Murray Height gegründet. Das Unternehmen stellt neuartige Nanopartikel aus metallischem Silber, Kupfer und Zinkoxid her, die in Kunstfasern für Kleider und in Plastik eingearbeitet werden. Dort bekämpfen sie Bakterien und Pilze und schützen gegen UV-Strahlen. "Wir haben mit unsern Produkten gute Chancen auf dem Weltmarkt", sagt Carlo Centonze, CEO von HeiQ. Silber werde zwar heute schon in Sportkleidern verwendet, um Bakterien zu bekämpfen, erklärte Centonze. Doch HeiQ hat ein neues Verfahren entwickelt, mit dem die Additive nicht nur billiger produziert und weiterverarbeitet, sondern auch in besserer Qualität hergestellt werden können als Konkurrenzprodukte. Deshalb rechnet HeiQ damit, dass sie bis im Jahr 2010 rund 40 Arbeitsplätze schaffen und einen Umsatz zwischen 20 und 30 Millionen Franken erwirtschaften wird.
Die Aussichten für HeiQ stehen gut. Gemäss Carlo Centonze dringt die Firma mit ihren Produkten in einen Wachstumsmarkt ein. Allein der Weltmarkt für Silber-Additive wird auf 100 Millionen Euro geschätzt. Jährliche Wachstumsrate: 50 Prozent. HeiQ eröffnen sich aber nicht nur in der Textilindustrie, sondern auch in der Medizinal-, Lebensmittel- und Baubranche neue Märkte. Denn ihre Nanopartikel lassen sich nicht nur in Sportkleidern, sondern auch in Operationsmasken, Reinigungsbürsten, Verpackungen oder Farben und Holzschutzmitteln einsetzen.
Dass die Region dem Zuzug von HeiQ nach Bad Zurzach grosse Bedeutung beimisst, wurde schon allein dadurch deutlich, dass Kanton und Gemeinde mehrere hochrangige Vertreter an die Medienkonferenz in den Solvay Industriepark entsandten. So war neben Landammann Kurt Wernli, auch Regierungsrat Rainer Huber, Vorsteher des Departements Bildung, Kultur und Sport, Walter Cadosch, Leiter Aargau Services, und Alexander Hofmann, Leiter Stab Hochschulen sowie Franz Nebel, Gemeindeammann Bad Zurzach und Präsident des Technologie- und Gründerzentrums Zurzibiet (TGZ) anwesend.
Entsprechend gross waren die Anstrengungen, um HeiQ vom Standort Bad Zurzach zu überzeugen. Gemeinsam habe sich der Kanton Aargau, die Gemeinde Bad Zurzach, das TGZ, der Aargauer Kantonalbank und Solvay Schweiz für die Ansiedelung eingesetzt, sagte Erwin Schmid, Delegierter des Verwaltungsrates der Solvay Schweiz anlässlich der Vertragsunterzeichnung am Donnerstag. Ein Punkt, den auch Landammann Kurt Wernli betonte: "Tatsächlich hat sich HeiQ erst nach einem harten und intensiven Evaluationsprozess für den Solvay Industriepark in Bad Zurzach entschieden. Denn die Standortkonkurrenz unter den Kantonen und Regionen ist gerade bei Hightechunternehmen gross."
Ausschlaggegebend waren neben der guten Verkehrslage und der attraktiven Steuerpolitik auch das wissenschaftliche Umfeld im Kanton Aargau. Im Kanton Aargau und der Region finden sich eine ganze Reihe interessanter Partner für ein Nanotechunternehmen, erklärte Rainer Huber, Vorsteher des kantonalen Departements für Bildung, Kultur und Sport: darunter die Fachhochschule Nordwestschweiz, die sich in Zusammenarbeit mit dem Paul-Scherrer-Institut auf Nanotechnologie spezialisiert hat, das Kunststoffausbildungs- und Technologiezentrum, das eng mit privatwirtschaftlichen Forschungseinrichtungen zusammenarbeitet, die Universität Basel, die den Nationalen Forschungsschwerpunkt Nanowissenschaften beherbergt sowie die ETH und die Universität Zürich. Für den Aargau lohne sich deshalb die Investition ins Hochschul- und Forschungsnetz, folgerte Huber: "Diese Institutionen wirken wie Magnete, sie ziehen innovative Firmen an."
Erwin Schmid, Verwaltungsratsdelegierter der Solvay (Schweiz) AG, zeigte sich darum erfreut über den neuen Partner: "Mit HeiQ ist es uns gelungen, einen idealen Kandidaten für den Industriepark zu gewinnen, der den Industriestandort Bad Zurzach stärkt." HeiQ ist bereits das siebte Unternehmen, das sich im Solvay Industriepark Zurzach niederlässt. Der Solvay Industriepark Zurzach befindet sich auf dem ehemaligen Produktionsgelände der Solvay (Schweiz) AG bei Bad Zurzach. Er umfasst 240'000 Quadratmeter. Dank seiner modernen Infrastruktur und guten Anbindung an Schiene, Strasse und Luftverkehr bietet der Industriepark gute Voraussetzungen für die Ansiedelung von Chemie-, Industrie-, Gewerbe- und Dienstleistungsunternehmen.
Quelle: http://www.messmerpartner.com/de/news
Stand: 31.03.2009